Hermann Boschert
Ein Leben für Handwerkskunst, Buchbinderei und Kunsthandel
Hermann Boschert, geboren am 23. April 1905 in Neustadt, war nicht nur Buchbindermeister, sondern auch eine treibende Kraft hinter der Erhaltung und Weitergabe traditioneller Handwerkskunst in der Pfalz. Sein Werdegang begann in jungen Jahren: Von 1919 bis 1922 absolvierte er seine Ausbildung bei Konrad Augustin in der Turmstraße. Bereits in dieser Zeit zeigte sich seine Leidenschaft für das Buchbinderhandwerk, das ihn sein Leben lang begleiten sollte.
Nach der Lehre sammelte Hermann Boschert wertvolle Erfahrungen bei namhaften Firmen wie Osswald & Co. und der Pfälzischen Verlagsanstalt, bevor er seine Fähigkeiten auf der renommierten Kunstschule in München weiter vertiefte.
Hier besuchte er alle bedeutenden Museen und Theatervorstellungen, was sein Verständnis von Kunst und Kultur prägte. Eine zusätzliche Ausbildung im Einrahmen bei Adam Forsch ergänzte seine handwerklichen Fertigkeiten und machte ihn zu einem Allrounder in der Branche.
Trotz der Herausforderungen des Krieges, in dem er fünf Jahre bei der Luftwaffe diente, blieb Hermann Boschert seiner Berufung treu. Nach der Rückkehr baute er den Betrieb weiter aus und etablierte ihn als Zentrum für Buchbinderei und Kunsthandel in der Region. Der Betrieb, den er in der Hauptstraße begann und später in die Kellereistraße verlegte, ist bis heute ein Symbol für Tradition und Qualität.
Sein Vermächtnis lebt durch seine Familie weiter: Gemeinsam mit seiner Frau Cäcilie, geborene Joa, zog er sieben Kinder groß, von denen Hermann und Eberhard ebenfalls Buchbinder wurden und den Betrieb mitprägten. Heute führt sein Enkel Torsten Boschert den Betrieb in dritter Generation und setzt die Werte und das handwerkliche Können fort, die Hermann Boschert begründete.
Der Kunsthandel, die Bildeinrahmung und die Buchbinderei Boschert stehen bis heute für höchste Handwerkskunst, Traditionsbewusstsein und die Liebe zur Kunst. Diese Werte, die Hermann Boschert tief in die Seele des Unternehmens eingebettet hat, machen den Betrieb zu einem geschätzten Familienbetrieb in der Region und darüber hinaus.

